inzwischen habe ich gefärbt:
Kamillenblüten 
100% Wolle, vorgebeizt mit Alaun (15%)
400% frische Kamillenblüten
Kamillenblüten 1 h auskochen, auskühlen lassen, Wolle hinzufügen, langsam erwärmen, nochmal 1 h kochen, langsam auskühlen lassen.
Walnuss Kaltfärbung
(dazu habe ich leider keine richtigen Mengenangaben, kommt aber auch nicht so drauf an.)
Walnussschalen (es sind die grünen, bzw. dunkelbraun oxidierten, matschigen Schalen gemeint, die sich um die eigentlich harte Nussschale befinden) oder ungereifte Walnüsse (ein paar fallen im Mai/Juni herunter, giftgrün etwa zitronenförmig) aufsammeln, man erkennt sie an ihrem speziellen Walnussschalengeruch. Die Schalen/unreifen Nüsse zerkleinern. Eine gute und verhältnismäßig schnelle Methode ist es, kleinere Mengen der Nüsse auf eine Unterlage (Pappe oder Ähnliches) zu legen und darauf einen Backstein fallen zulassen, bis die Nüsse zertrümmert sind. Die von innen grünen Nüsse oxidieren schon nach wenigen Minuten an der Luft - ob es sich positiv oder negativ auf die Färbung auswirkt, weiß ich nicht, bis jetzt habe ich die Nüsse vor der Oxidation ins mit Wasser gefüllte Färbegefäß gegeben.
Da nicht gekocht wird, kann man als Gefäß einen alten Eimer benutzen, und mit der Unterlage die Nüsse bequem hineinbefördern. Der Eimer sollte zu 1/4 bis 1/3 mit den Nüssen/Schalen gefüllt sein. Es muss reichlich Wasser vorhanden sein (Wasserpegel mindestens bei 3/4 des Eimers).
Das ganze muss einen Tag lang stehen.
Danach kann das Färbegut hinzugefügt werden. Damit man die Schalenstückchen nachher nicht mühsam wieder heruassuchen muss, bietet es sich an, es in einen Beutel zu verpacken (Baumwolle/Leinen etc.). Der Beutel sollte möglichst ganz ins Wasser, eventuell muss dazu die Luft herausgedrückt werden.
Jetzt heißt es warten und ab und zu mal umrühren und am Beutel rumzupfen, damit das Färbegut auch gleichmäßig gefärbt wird. Auf der grülich bis bräunlichen Brühe bildet sich irgendeine schillernde Schicht - keine Ahnung was das ist.
Die Färbedauer variiert je nach Art des Färbeguts und gewünschtem Farbton. Grundsätzlich gilt:

- Pflanzliche Fasern (Leinen/Baumwolle) brauchen länger als tierische (Wolle)
- der Farbton wird dunkler, wenn man das Gut länger drinlässt, zusätzlich kann rostiges Eisen mit hineinlegen, was den Farbton mehr dunkelbraun statt rötlichbraun werden lässt
Nach etwa 3 Tagen hat man die ersten anständigen Ergebnisse auf Wolle, aber auch das sonst etwas wiederspenstige Leinen ist nach 1-2 Wochen problemlos geknackt - Walnuss kann eben alles, und deshalb sind die Mengen auch nicht so wichtig ;)
Wahrscheinlich ist das Färbegut, wenn es aus der Färbung kommt noch ziemlich grünstichig, schließlich ist die Farbe noch nicht oxidiert. Dazu einfach für ein paar Stunden aufhängen.
Bei dem gesamten Vorgang sollte man auf jeden Fall Handschuhe tragen, denn die Farbe hält sich auch auf der Haut ein paar Tage.
Die Walnussfärbung ist relativ lange haltbar, man kann sie einfach draußen stehen lassen. Erwähnenswert ist allerdings dann der Geruch. Er verändert sich von frisch walnussschalig zu alt walnussschalig und geht nur langsam aus dem Färbegut. Man gewöhnt sich dran...
Zu Foto 1: zu sehen ist unterschiedlich lang gefärbe Wolle, von drei bis zu zehn Tagen. Ganz links ist der (Baumwoll?)beutel, in dem gefärbt wurde. Das ganze ohne Rost. In Wirklichkeit ist die Wolle noch etwas dunkler.
Zu Foto 2: 2 Wochen lang gefärbtes Leinen, zusätzlich habe ich rostige Eisenteile zugefügt. Möglicherweise ist die weniger rötliche und eher dunkelbraune Farbe darauf zurückzuführen, es kann jedoch auch daran liegen, dass die Nüsse aus einem anderen Jahr stammen oder das Material den Farbstoff anders angenommen hat.
Ich liebe Walnussfärbungen schon aus dem Grund, dass man nicht stundenlang am Herd stehen muss, außerdem muss meine Mutter nicht um ihre kostbare Küche fürchten. Der ganze Vorgang ist vollkommen unkompliziert und man kommt immer zu einem vorzeigbaren Ergebnis - zur Not schmeißt man das ganze eben noch mal für ein paar Tage in den Eimer. A propos: auch andere verunglückte Färbeexperimente können gut mit Walnussschlen überfärbt werden :)
Liebe Grüße,
Fara
3 Kommentare:
Hey, das ist ja eine klasse beschreibung und total tole Fotos. Ich hab jetzt auch eine Wallnussflotte angesetzt (war heute morgen bei Fresa sammeln ^^) auch mit ein paar rostigen Nägeln. Möchte ja auch mein Gewand jetzt braun haben ;) Vielleicht etwas heller als bei dir, mal gucken.
Hat mir aber sehr weiter geholfen dein Eintrag!
*knuddel*
Echt toller eintrag fara, und so genau erklärt *boar*
Ich glaub ich prbier das kalt färben auch mal aus... vllt. mit einer mischung aus der alten Flotte vom schwesterlein und ein paar zusätzlichen kastanienschalen, hab gelesen, dass soll schöne Kombis ergeben :)
du Färbernudel :D
lg
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